Basti fantasti!

Freitag, 18. September 2009 |  Autor: Josef

Beim Cologne226 musste er sich nur ganz knapp geschlagen geben, und zwar dem Profi Joseph Spindler. Er lehrte den gestandenen Profis durch eine sensationelle Leistung das Fürchten. Der Thüringer  Sebastian Küfner aus Gera. Er hat auf der Internetseite des Vereins einen Blog geschrieben, der Tausenden Triathleten finde ich aus der Seele spricht.

Aber lest selbst

Sonntag, 3:30. wecker klingelt. urks. auch wenn ich (fast) nichts lieber mache als essen, wird die druckbefüllung um 4:00 doch zur qual. dann runter zum start fahren, hektisch nach klos suchen, uns im dunkeln anschnauzen zu lassen, dass wir uns zu beschriftung “gefälligst hinten anzustellen” hätten (hey hey hey, brauchst du deine kraft nicht für die strecke???) und im dunkeln in den neo quetschen.
nach der einweisung erfolgt dann ne “ansprache des pfarrers”. na klasse. statt des “gott sei mit euch” hätte ich in anbetracht dessen, was vor uns liegt, den bike-marathon-standard “highway to hell” als passender eingeordnet…
aber gut.
schwimmen. naja, da gibts nicht viel zu sagen. 3,8 km. 54min, prügelei ohne ende, position 12. also mal wieder ganz ok.
dann endlich aufsteigen auf meine rakete (jajaja-ich weiß, aufsteigen, nicht aufspringen, musst du noch mit mir üben :P ) und ab gehts. auf in richtung mami auf der brücke an einer der radwenden. zwischen den höhepunkten auf der radstrecke ( (chronologische) reihenfolge: mami sehen, verpflegung, “fahr rechts”-brüllen beim in-der-kurve-überholen, von peter platzierung zugerufen bekommen, verpflegung, “fahr rechts”…, himbeer-riegel mampfen, zeitnahme, (ganz ganz wichtig) lili sehen, peter-zwischenzeit, mami) stellt sich ein gefühle wie “nur fliegen ist schöner” ein. beinahe nehme ich deswegen auch fast diese noch schönere variante der fortbewegung ein (kreisverkehr übersehen…). nur ob ich es geschafft hätte, den boden zu verfehlen??? ich wage es mal zu bezweifeln ;) (wer das gerade nicht verstanden hat, sollte nicht an mir zweifeln, das geht schon klar :P ).
ich kann mich dann so langsam immer weiter nach vorne schieben, allerdings ne ganze weile auch als erster ohne führungsfahrzeug, denn das hatte mich für nen staffelfahrer gehalten ;) .
beim wechsel werde ich dann als luke dragster angesagt…okay… (der mich dann in seinem rennbericht als “new young gun” that “BLEW by me” during the bike-course bezeichnet, grins)
der marathon lässt sich eigentlich ziemlich kurz zusammen fassen. klassischer steigerungslauf, bei dem sowohl die kilometerzeiten als auch der schmerzpegel mindestens in dritter ordnung mit der zeit gehen ;)
dass mich joseph spindler noch bei km 41.5 einholt, lass ich hier mal unkommentiert :D . nur eins dazu: krasse leistung von ihm. hut ab. respekt.
…nebenbei: sollte mein begleiter (führungsradfahrer) das hier lesen, dann sorry fürs einholen lassen und danke für die klasse unterstützung!
wenigstens das rennen nach dem rennen kann ich dann für mich entscheiden: dopingkontrolle in 10 min hinter mich gebracht *hehehe*.
dann kommt lili ins ziel. gestürzt auf der radstrecke noch über den HM gequält und im ziel mit gehirnerschütterung umgekippt, gehts erstmal in richtung notaufnahme, fast 4 stunden dort rumstehen, nichts gegessen, nichts getrunken, aber bei ihr zum glück auch nichts gebrochen…ich würd mal sagen das ist (mindestens) halb wahnsinnig, das ding noch zuende gebracht zu haben und dann meint sie noch, die zeiten seien nicht zufriednstellend…*no comment*… ;)
dabei geht leider der zieleinlauf von papi unter, der meiner meinung nach ne riesnleistung abliefert und deutlich unter 10:30 ins ziel kommt!!!
um 23:00 endlich im hotel und ein ziemlich langer, harter tag vorbei. aber auch irgendwie geil…
seit dem bin ich quasi krank (also völlig bewegungsunfähig, daher auch der ziemlich frühe bericht…nur papi war schneller…)
nochmal danke an alle, die dabei so viel geholfen haben: lili, papi, enrico, und (ganz wichtig) Peter.
das zurückgeben der laufräder gestaltet sich von meiner seite her als ziemlich wehmütig…der “haben-effekt” ist da ziemlich ausgeprägt…
so und jetzt noch zu mami, dem gute engel, die nen ganzes we lang nörgelnde, aufgeregte, rumzickende männer aushalten muss, um dann an der strecke über zehn stunden alleine zuzubringen, zu fotographieren, anzufeuern,… danke, hast mir mehrmals das leben gerettet ;) dankedankedanke…und das alles nur, um danach einen halbinvaliden und einen todkranken, quängelnden, jammernden quälgeist hudern zu dürfen…

kurz gefasst: langstrecke ist geil. freu mich auf frankfurt nächstes jahr!!!

www.triathlon-gera.de

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