Ironman ist In!
Sonntag, 26. Juli 2009 | Autor: Josef
Triathlon ist das neue Statussymbol der Mittel- und Oberschicht. Über den Aufstieg zur sogenannten Lifestyle-Sportart.
Triathlon ist in, Triathlon ist cool, Triathlon ist trendy – das zeigt die Veranstaltung im westfälischen Münster. Vor Jahren dienten die Osmo-Hallen in Münster als Holzlager am Hafen. Kräftige Männer arbeiteten körperlich für ihren Lohn. Heute quälen sich hier mehrere Hundert Hausfrauen, Studenten und Schreibtischtäter. Mit Badekappe, Rennrad und Laufschuhen, heute ist hier Triathlon.
Wechselzone und Zieleinlauf sind überdacht, ein Stimmungskessel. Die etwa 7000 Zuschauer stehen auf den letzten Metern in Vierer-Reihen, für die Sportler ist ein roter Teppich ausgelegt, Musik wummert durch die Halle. Das kommt an.
Im zweiten Jahr ihres Triathlons verdoppelten die Münsteraner Veranstalter ihre Startplätze. Doch als die Online-Anmeldung im Februar, vier Monate vor dem Start, freigeschaltet wurde, brach der Server zusammen. Wenig später der zweite Versuch – der zweite Kollaps. Erst im dritten Anlauf hielt das System dem Ansturm stand: Nach nur 20 Stunden waren die gut 1000 Plätze ausgebucht.
Ein Beispiel von vielen. Wer 2010 bei einem Triathlon starten will, sollte besser heute als morgen die Anmeldung verschicken. Auch in Hamburg, wo am Wochenende der größte Triathlon der Welt stattfindet, geht für dieses Jahr schon seit langem nichts mehr. Langdistanz-Rennen kosten heutzutage mehrere Hundert Euro Startgeld und doch sind die Teilnehmerlisten meist schon weit im Voraus geschlossen.
Ist Triathlon der neue Marathon? Während viele Marathons über stagnierende oder rückläufige Zahlen klagen, scheint die Begeisterung für den Triathlon ungebremst. Dirk Brandewinder ist Vizepräsident Breitensport der Deutschen Triathlon Union (DTU) und kann den Anstieg von Startmöglichkeiten und Teilnehmern bestätigen. Zwar liegen der DTU erst im Herbst genaue Zahlen vor, “aber es gibt einen klaren Trend”. So habe die DTU zum Beispiel einen deutlichen Mitglieder-Zuwachs. “Dabei startet die Masse der Starter ja bei Volksdistanzen und Staffeln ganz ohne Startpass”, sagt Brandewinder.
Quelle: http://www.zeit.de/online/2009/31/triathlon
Foto: www.energyfirst.com


