Göhner im Rausch der Gefühle/Henry in USA
Mittwoch, 15. Juli 2009 | Autor: Josef
Die 2 wichtigsten Triathlonveranstaltungen nach Hawaii sind Geschichte. Uns wurden 2 überragende Rennen geliefert-Rennen der Superlative. Timo Bracht und Michael Göhner haben sich zudem zu den Mitfavoriten für Hawaii gemausert-doch Hawaii hat seine eigenen Gesetze.
So fühlt sich Michi Göhner die Tage nach seinem größten Erfolg:
ROTH/REUTLINGEN. Geschlafen hat Michael Göhner in der Nacht nach seinem grandiosen Sieg beim Langdistanz-Triathlon in Roth nur sehr wenig. »Ich war vom Adrenalin noch so aufgepuscht, dass ich gar nicht müde geworden bin«, berichtete der 29-jährige Ausdauersportler der TSG Reutlingen. Zeit zum Durchschnaufen hatte er bislang nicht viel, weil der »Champ« nun ein gefragter Gesprächspartner ist. Am Sonntagabend war der Kirchentellinsfurter noch bei der Party im Zielbereich, ehe das Rennen um 22.35 Uhr mit einem imposanten Feuerwerk beendet wurde. Gestern Abend ließ sich Göhner dann bei der großen Helfer-Party sehen. Auch am Tag danach war für ihn noch unglaublich, dass die Zeit (7:55:53 Stunden) »so dermaßen gut ist«.
Neben Werner Brombach, Chef seines Hauptsponsors Erdinger, hatte auch Vorstandsmitglied Erik Grahneis die Glückwünsche von Göhners ehemaligem Arbeitgeber und jetzigem Unterstützer, der Volksbank Reutlingen, übermittelt. Viele, viele Anrufe, E-Mails und SMS sind mittlerweile eingegangen, sodass der gelernte Bankkaufmann »fast ein bisschen den Überblick verloren« habe.
Reutlinger Top-Athlet 2009
»Das ist echt toll«, lobte der TSG-Vositzende Heiner Völker seinen Athleten. »Wir sind sehr stolz auf ihn und freuen uns für ihn, weil das vergangene Jahr eher bescheiden lief.« Nachdem 2008 das Jahr des Ole Bischof gewesen sei, könne er sich vorstellen, dass Göhner »dieses Jahr der Reutlinger Top-Athlet« werden könne. Der Verein wolle den Ausdauer-Dreikämpfer auf alle Fälle noch gebührend feiern.
Bis dahin wird der junge Vater auch wieder besser zu Fuß sein. »Mir tut noch alles weh«, berichtete Göhner von Muskelschmerzen, die vor allem auf den fast übermenschlichen, abschließenden Marathon in 2:41:17 Stunden zurückzuführen sind. Vor dem Rennen im Triathlon-Mekka habe er mit seinem Trainer Klaus Ludwig verschiedene Wettkampf-Strategien ausgeklügelt. »Diese Variante war aber nicht dabei«, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln. (wil)
Quelle: http://www.gea.de/detail/1312196
Foto: www.michael-göhner.de
Ich weiß nicht, wer am Montag Abend Blickpunkt Sport gesehen hat. Eine wahre Inszenierung! Und Norman Stadler wurde ziemlich in die Enge getrengt und in eine misslige Lage versetzt. Es war für ihn nicht immer einfach sich gut aus der Affäre zu ziehen.
Hierzu in den Nürnberger Nachrichten:
Es war wirklich ein starkes Stück Sportjournalismus, das wir als Zuschauer und Gebührenzahler da am Montagabend geboten bekamen. Ganz generell ist es ja schön, wenn sich das Bayerische Fernsehen um den «größten Triathlon Bayerns« (Moderator Wolfgang Nadvornik) erst am Sonntag zu nachtschlafener Zeit um 23 Uhr und dann, tags darauf, noch einmal in «Blickpunkt Sport« bemüht.
Tagelang machten die bayerischen Fernsehkollegen Christian Materna und Thomas Klinger in Roth auf gute Laune, der Radiosender Bayern 3 heizte den Leuten gekonnt am Solarer Berg ein und schwafelte (weniger gekonnt) schon bei der ersten Durchfahrt Normann Stadlers von einer neuen Weltbestzeit bei den Männern.
Zwei Ex-Doper mit unrühmlichem Sachverstand
Genau jener Triathlet erlebte dann am Montagabend das Kontrastprogramm. Erst wurde er wegen der intensiven Anti-Doping-Bemühungen seines Teams als gläserner Sportler und Saubermann dargestellt, dann kündigte Nadvornik knallhart Klärungsbedarf an. Als Sachverständige traten zwei Ex-Doper auf, die seit Wochen und Monaten als geläuterte Betrüger ihren eher unrühmlichen Sachverstand den Medien andienen: Der aus Ansbach stammende Radprofi Jörg Jaksche und die eher Insidern bekannte österreichische Triathletin Lisa Hütthaler. Sie wurde kürzlich zu einer Bewährungsstrafe von drei Monaten verurteilt, weil sie eine Laborantin zu bestechen versuchte, um eine positive Epo-Probe aus der Welt zu schaffen.
Was die beiden mit Normann Stadler zu tun haben? Wissen wir nicht, hat sich durch die Sendung auch nicht erschlossen. Aber jedenfalls wurde besonders durch Hütthaler ziemlich unverhohlen der Eindruck erweckt, dass es ohne Doping im Triathlonsport nicht gehe – schon gar nicht bei Top-Leistungen, wie sie die Weltspitze am Sonntag in Roth abgeliefert hatte. Hütthaler beschrieb ein Umfeld, in dem chemischer Betrug Teil des Trainigsprogramms sei, was der sichtlich genervte Stadler mit der Bemerkung konterte: «Das ist vielleicht in Österreich so.«
Verbale Brunnenvergiftung gegenüber Normann Stadler
Jaksche, der früher, als er noch zu den hartnäckigen Lügnern zählte, beim Thema Doping nie zu erwähnen vergaß, dass er als Arztsohn so etwas nie machen würde, brachte Stadler mit dem Freiburger Doping-Arzt Lothar Heinrich in Verbindung, der die vielen Manipulationen beim Team Telekom mit zu verantworten hat. Eine Behauptung, für die er jeden Beweis schuldig blieb. Und Moderator Nadvornik? Der saß dabei, hakte nicht nach, als Hütthaler sagte, sie bereue nichts («es ist halt passiert«) und immer wieder darüber schwadronierte, wie rein jetzt nach dem Geständnis ihr Gewissen sei.
Dafür gab’s Applaus vom Publikum, das den hintergründig lächelnden Jaksche und die geläuterte Österreicherin anscheinend zunehmend sympathischer fand als den bislang unbescholtenen Stadler, der dafür in Erklärungsnot kam. Unterschwelliger Vorwurf: Wer mit 36 Jahren seine Bestzeit um neun Minuten verbessert, muss verdächtig sein. Selbst wenn dem so ist, warum hat man dann die Bemühungen von Stadlers Team nicht mit Hilfe von Experten hinterfragt und durchleuchtet? Oder gibt es Indizien, ja gar Beweise, die auf eine Manipulation hindeuten? Die süffisante Bemerkung Jaksches, bei ihm selbst könne ja nichts mehr nachkommen, mag banal klingen, ist aber nichts anderes als verbale Brunnenvergiftung gegenüber Stadler.
Bislang untadeliger Sportler stand als Verlierer da
Hypothetische Frage: Wäre Jaksche früher wirklich so sauber gewesen, wie er stets behauptete, wie hätte er sich dann wohl in so einer Situation als Studiogast gefühlt, nach einer sportlich riesigen Leistung am Tag zuvor? Wahrscheinliche Antwort: ziemlich mies.
Bleibt die Erkenntnis, dass am Montagabend bei all der Pseudo-Aufklärerei überhaupt nichts Neues zum Thema Doping geboten wurde. Stadler hat als Vierter in Roth ein großes Rennen geliefert. Ob er wirklich sauber ist, weiß letztlich nur er selbst, aber es gibt derzeit keinerlei konkrete Anzeichen, dass er es nicht ist. Die Ex-Doper nutzten mal geschickt, mal gefühlsbetont die großzügig dargebotene Plattform; der bislang untadelige Sportler stand als Verlierer da. Wirklich ein starkes Stück Sportjournalismus.
Thomas Scharrer (Quelle: http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1051804&kat=31&man=3)
Unterdessen ist der Jenaer Sportstudent und Profi Henry Beck in den USA , um am Sonntag bei einem 70.3 Rennen sich für die Weltmeisterschaft in Florida zu qualifizieren.


